Das grosse Saisonfinale der Wanderhuren fand im malerischen Toggenburg statt. Bei der Besammlung in Moslig ist den aufmerksamen Beobachter etwas merkwürdiges aufgefallen. Jemand vom Vorstand fehlt doch? So meldete sich Conchita Wurst auf den sozialen Medien und schmiss die Frage in die Runde: «Wo ist denn dieser Tröpfli-Junge mit den süssen Haaren und dem tätowierten Arm? Ist dieser Junge eigentlich noch single?!» Conchita hatte recht, der Tröpfli-Junge war tatsächlich abwesend.

Nichtsdestotrotz machte man sich bereit für das Abenteuer. Einige Mitglieder mussten sich vor der Wanderung noch erleichtern und ihre morgendlichen Toilettengang erledigen. Währenddessen konnten es sich die anderen Teilnehmer nicht verkneifen eine erste Weindegustationsrunde zu lancieren. Dabei gingen bereits die ersten drei Flaschen drauf. Wie sich später herausstellen wird, ging man mit der Einteilung des Proviants leichtsinnig ans Werk…

Nun marschierte die charmante Truppe, bestehend aus jungen und alten, dicken und dünnen, gebildeten und ungebildeten, hässlichen und schönen Mitgliedern los in Richtung Rachlis. Gleich zu Beginn mussten sich die Höhenmeter erkämpft werden. Bei einigen Teilnehmer wurden Erinnerungen vom Augustmatthorn wach und es lief ihnen kalt den Rücken runter. Wie sich jedoch herausstellte, war der Aufstieg aber nur halb so schlimm. Oben angekommen sollte diese Leistung nicht weniger zelebriert werden und man gönnte sich auf den Erfolg eine Pause.

Voller Tatendrang ging es dann weiter Richtung Meiersalp. Bereits im Vorfeld hatte ein unbekannter Teilnehmer Anmerkungen zur Mitnahme einer 1.5 Liter Magnum-Weinflasche. Viele hielten dies für ein Ammen-Märchen und dummes Geschwätz. Kurz vor der Meiersalp, als die Mittagspause eingeläutet wurde, machte tatsächlich ein solches Prachtexemplar die Runde. Der Lokalmatador Markus hatte tatsächlich ein solches Ding hochgetragen. Von überall war Applaus und zurufe wie «Gailer Typ, respekt Bruder, und anderem Jugendslang zu hören.». Lukas K. war derart begeistert, dass er gleich die Flasche leer machte. So wurde kurzerhand die Regel eingeführt, wer eine Magnumflasche leert, muss das nächste Mal eine Magnumflasche mitbringen. Nachdem der kulinarische Hochgenuss verschlungen war, ging es fürs Dessert weiter in die Meiersalp. Dort offerierte der Verein eine weitere Erfrischungsrunde.

Nachdem auch Simon sein Cola und Sophie ihr Lutzkafi runtergespült hatten, visierte die Truppe das Rütibüel als Endpunkt an. Auf halben Weg dahin stellte man mit Schrecken fest, dass der Flüssigkeitsvorrat jetzt schon aufgebraucht ist. Dies ist eine absolute Premiere in der Geschichte der Wanderhuren. Also beschloss man schnellstmöglich ans Ziel zu kommen. Einige Teilnehmer nutzten dafür eine Abkürzung über ein Wiesenstück eines heimischen Bauern. Dieser machte kurzen Prozess und beschimpfte die Wandergruppe aufs Übelste. Doch die Wandergruppe liessen sich nicht beirren und beendeten zielstrebig die Wanderung.

Im Rütibüel angekommen stand nun der gemütliche Teil auf dem Programm. Die Teilnehmer kamen nun in den Genuss der musikalischen klänge von DJ Rampensau, welcher bereits weit über die Hipsterszene hinaus als Avicii von den Bergen bezeichnet wird. Bei Grill und Bier liess man es sich gut gehen. Wobei das Bier schnell mal ausging und der Gastgeber improvisieren musste. So wurden kurzerhand Schnäpse aufgetischt und Biere rausgeholt, welche zum Teil bereits im Jahre 2013 abgelaufen sind. Die Teilnehmer liessen sich jedoch nicht weiter beirren und es wurde gespielt, getanzt, gesungen, gelacht, geweint, gekotzt und musiziert bis das letzte Postauto fährt. Somit wurde die Wandersaison 2020 gebührend abgeschlossen und man kann gespannt auf das neue Vereinsjahr warten.

Text: Mike Hafner


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